Die goldenen Jahre des Franz Tausend



Die goldenen Jahre des Franz Tausend

Roman

20,00 € *


sofort versandfertig (Lieferzeit 1-3 Werktage)




Beschreibung

Die wahre Geschichte des Franz Tausend weitet sich in diesem Roman zu einem Panorama Deutschlands in den 1920er und 1930er Jahren.

Schneidig, selbstbewusst, charmant - so erobert der aus armen Verhältnissen stammende Franz Tausend 1924 die Welt. Er behauptet, auf geheimnisvolle Art und Weise Gold in großen Mengen herstellen zu können. Ultrarechte Patrioten und namhafte Industrielle wittern die Chance, mit diesem Gold die angestrebte heimliche Wiederaufrüstung finanzieren zu können, und strecken Tausend Geld vor. Als einige Anleger unruhig werden, ob es jemals Gold regnen wird, sorgen einflussreiche Politiker dafür, dass die Polizei einschreitet. Sie soll Franz Tausend aber nicht auf die Finger sehen, sondern ihn im Gegenteil vor den Anschuldigungen einer sich um ihr Geld geprellt sehenden Frau schützen.

Kommissar Heinrich Ahrndt, der diesen Auftrag erhält, ist zu gewissenhaft, um dieses Spiel dauerhaft mitzuspielen. Er wird nach Berlin strafversetzt, wo er den Pazifisten Carl Ossietzky beschatten soll ... Franz Tausend hingegen versucht sein Glück auf neue Weise, doch seine Wege und die des Kommissars kreuzen sich noch einmal: vor Gericht.
  • Artikel-Nr. 890617
  • |
  • ISBN/EAN: 9783896676177
  • |
  • Erschienen/Erfasst: 16-06-2020
  • |
  • Auflage: 1.
  • |
  • Seiten: 384
  • |
  • Sprache: Deutsch
  • |
  • Einband: gebunden
  • |
  • Verlag: Blessing
  • |
  • Versandgewicht: 566 g
  • |
  • Abmessung: 147 x 221 x 35 mm

Leseprobe

 

Rezensionen

Anzahl der Bewertungen: 1 | Durchschnittliche Bewertung: 5

17.08.2020

Berührende historische Geschichte

Titus Müller hat mit "Die goldenen Jahre des Franz Tausend" wieder einen sehr berührenden Roman geschaffen, der uns tiefgehende Einblicke gibt in persönliche und politische Entwicklungen von Menschen in Deutschland in den 1930er Jahren.

Die vielschichtige Geschichte entsteht um Franz Tausend, der mit der Herstellung von Gold reich werden möchte und es in gewisser Weise schon ist, denn er hat bereits einige Anleger und Bewunderer gefunden, darunter einfache Leute aber auch einflussreiche Politiker.

Der kritische Polizeikommissar Heinrich Ahrndt, der sich mit Betrugsfällen gut auskennt, wird sofort misstrauisch, doch er soll nicht etwa Franz Tausend das Handwerk legen, sondern einer jungen Mutter, die versucht ihr kleines bisschen Vermögen zu retten, um sich und ihre Kinder durchzubringen. Es ist Kommissar Ahrndt nicht gleichgültig was mit ihnen passiert und so nimmt die Geschichte einen anderen Lauf, als von seinen Vorgesetzten gewünscht.

Der Einstieg in das Buch gelang mir nicht so leicht, da sich zu Beginn, viele neue Handlungsstränge auftun, die sehr interessant sind und im Laufe der Geschichte auch aufeinander Bezug nehmen und in Verbindung stehen, allerdings muss man sich erst einmal auf diese viele Abwechslung einlassen und sich Zeit nehmen beim Lesen.

Das lohnt sich allerdings auf jeden Fall, denn dem Autor gelingt es auf wunderbare Weise diese verschiedenen und doch miteinander verbunden Geschichten und Schicksale sehr bildhaft darzustellen, so dass ich mich oft direkt in diese Zeit hinein versetzt fühlte.

Neben Franz Tausend, der mir bis dahin nicht bekannt war, erfährt man einiges über Thomas Mann und seine Familie und vor allem über Carl von Ossietzky. Dessen Name war mir natürlich ein Begriff, aber hier einen so tiefen Einblick in sein Wirken und sein persönliches Leben zu erhalten, hat mich überrascht und stellenweise tief berührt. Obwohl ich schon einiges wusste über die Zeit der Weimarer Republik und danach, hat es mich doch wieder erstaunt und erschreckt mit welchen Mitteln sich hier eine üble Macht nach oben gekämpft hat und damit nicht nur durchgekommen ist, sondern viele Sympathiesanten und Mitstreiter gefunden hat.

So schrecklich viele Geschehnisse auch waren, war es doch sehr gut zu lesen, dass nicht alle mitgemacht und einige alles riskiert haben, um dem entegegen zu treten.

Titus Müller erzählt hier wunderbar die Geschichten der verschiedenen Personen und bringt somit dem Leser auf leichte Art und Weise geschichtliche Fakten näher, die einen so viel mehr berühren, als wenn man sie in einem Geschichtsbuch oder einer Dokumentation lernen müsste.

Das Buch ist sicher nichts, um es eben mal wegzulesen, aber wunderbar geschrieben, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Auch diese Kategorie durchsuchen: Romane & Erzählungen