Was trägt (Lieder- und Textheft)


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Beschreibung

'Ich begegne seit vielen Jahren immer wieder einem sehr ungewöhnlichen Menschen', sagt Jan Vering. 'Ein großartiger Typ: schräg, liebevoll, witzig, gefühlsecht. Der hat zum Beispiel den ersten Zahn seines jüngsten Sohnes auf den Namen Alexander getauft und ein witziges Gedicht darüber verfasst ? über den Zahn, nicht über den Sohn! Diesen Mann würde ich anderen gerne vorstellen.' Sein Abendlied 'Der Mond ist aufgegangen' kennt alle Welt ? aber sonst?! Dabei ist Matthias Claudius (1740-1815) eine der außergewöhnlichsten Figuren der deutschen Geistesgeschichte: pointierter Spötter und gläubiger Christ, loyaler Untertan und Kämpfer gegen Fürstenwillkür, gesellschaftlicher Aussteiger und einer der meistgelesenen Autoren des 18. Jahrhunderts. Jan Vering hat unvertonte Texte aus allen Winkeln der Claudius-Welt gesammelt, Kuriositäten, Vierzeiler für Kinder, biblische Parabeln, heitere Wiegenlieder, Kabarettistisches, ein Gedicht auf einen Selbstmörder, Gereimtes und Ungereimtes. Diese Werke seines Lieblingsdichters hat der Sänger, der als Musikdramaturg am Apollo-Theater Siegen arbeitet, in Liedtexte verwandelt. Der Komponist Siegfried Fietz, mit Vering seit Jahrzehnten verbunden, hat sie kongenial vertont. Dass ein brandaktueller Claudius-Text wie '?S ist Krieg! Und ich begehre, nicht schuld daran zu sein!' rockig-hart daherkommt, ist für Vering nur logisch. 'Wir hatten uns fest vorgenommen: Bloß keine ,literarische Produktion?, nichts Museales', sagt er. 'Claudius ist dafür viel zu saftig, übrigens oft auch zu komisch. Siegfrieds Vertonungen haben bewusst eine ganz heutige Qualität. Viele sind mir wie Ohrwürmer wochenlang durch den Kopf gesaust.' Jetzt steht die großorchestrale Liebesballade mit mächtigem Chor direkt neben dem Spottlied auf die Advokatenzunft, als Ländler swingend eingespielt. Des Dichters berühmtes 'Täglich zu singen' wird tatsächlich ein Singalong und die frühpubertären Liebeserkundungen von 'Fritze' bekommen im ironisch-herben Akkordeon einen spöttischen Widerpart. Keine Angst vor großen Gefühlen oder vor geistlichen Songs: Neu zu entdecken wären beispielsweise ein kraftvoller Osterchoral, ein inniges Adventslied mit Kinderchor, ein heiliger Kanon, ein Pop-Gospel-Praise-Song. 'Claudius war fromm, aber beileibe kein Frömmler', sagt Vering. 'Er hat sich mit Machthabern angelegt, wo es um die Rechte von Schwächeren ging, hatte den Mut anzuecken. Das macht ihn glaubwürdig.' Zwei Jahre hat das Gespann Fietz und Vering gearbeitet an dem Projekt 'Der ungesungene Claudius'. Andere Künstler stießen dazu, brachten sich ein: Etwa der klassische Cellist und Rock-Bassist Dorian Rudnytzky, die Schriftstellerin Felicitas Hoppe (Büchnerpreisträgerin 2012) oder der prominente Pop-Produzent Dieter Falk. 'Dass eine international bekannte Opernsängerin wie Eva Lind ganz locker bei einem Lied mit eingestiegen ist oder dass die Chefin der Westfälischen Evangelischen Landeskirche, Annette Kurschus, einen starken Begleittext geschrieben hat, das ist allein Claudius zu verdanken', sagt Vering. 'Dieser Mann hat immer schon die Herzen angesteckt.'
  • Artikel-Nr. 900319
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  • Erschienen/Erfasst: 07-10-2016
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  • Auflage: 1.
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  • Einband: geheftet
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  • Verlag: Abakus
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  • Versandgewicht: 94 g
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  • Abmessung: 208 x 298 x 2 mm

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