Ariane Vaßen: Kindern den Glauben vorleben

Vielen christlichen Eltern ist es ein Anliegen, ihren Kindern den eigenen Glauben zu vermitteln und nach christlichen Werten zu leben. Reicht es dann, beim Essen zu beten? Ariane Vaßen hat selbst Kinder im Alter von 8, 6 und 4 Jahren und lebt ihnen in ihrem Alltag den Glauben vor.

Von Ariane Vaßen
Im Alltag fällt es mir oft schwer meinen Glauben meinen Kindern vorzuleben. Ich versuche, die perfekte, christliche, ausgeglichene, liebevolle Mutter zu sein. Aber was heißt das eigentlich? Reicht es, wenn wir vor dem Essen beten? Wenn ich abends eine Geschichte aus der Bibel vorlese und ein Gute-Nacht-Gebet spreche? Wenn wir ab und zu in den Gottesdienst gehen? Ich denke nicht.
Die Bibel gibt ziemlich konkrete Hinweise, wie wir uns als Christen „benehmen“ sollen: Nächstenliebe, Geduld, Sanftmut, Gnade und Barmherzigkeit. Das sind alles Dinge, die, wie ich meine, in der Kindererziehung schwerfallen. Wenn mein Kind beim dritten Mal immer noch nicht hört oder es einen Trotzanfall hat, ist es gar nicht so einfach in Sanftmut und Liebe zu sprechen.
Aber vielleicht ist es gar nicht nur das!
Vielleicht ist es wichtig, dass mein Kind sieht, dass ich in der Bibel lese. Dass ich regelmäßig in den Gottesdienst gehe und dass wir als Eltern zusammen beten. Dass wir Gemeindeveranstaltungen besuchen und einen Teil unseres Geldes spenden. Wo sieht mein Kind meinen Glauben? Singen wir zusammen christliche Lieder? Beten wir zusammen?
Vielleicht ist es aber auch die Versöhnung und die Vergebung, die ich meinen Kindern vorleben soll. Wie Gott uns verzeiht, so sollen wir verzeihen. Und wenn mein Kind wieder nicht hört oder einen Fehler macht, verzeihe ich ihm und nehme es in den Arm, denn mir wurde auch verziehen. Das sollten sie von mir lernen.
Jesus ist die Quelle
Und genau das will ich meinen Kindern zeigen. Jesus ist die Quelle, zu der ich jeden Tag gehen möchte. Er hilft mir in meinem Alltag. Er freut sich, wenn ich mit ihm Zeit verbringe. Er ist mein Halt in den unruhigen Zeiten und er nimmt mich immer wieder so an wie ich bin. Das sollen meine Kinder sehen und so lebe ich einen realistischen Glauben. Ich bin nicht perfekt und ich mache genauso Fehler wie sie, aber ich habe eine Quelle, zu der ich immer kommen darf. Ich darf mich schwach zeigen vor meinen Kindern und ihnen genau diese Gnade vorleben. So lernen sie, meine ich, ein Stück, was es heißt, als Christ zu leben.

Ariane Vaßen ist verheiratet und Mutter von drei Kindern. Schon darum ist die heutige Pfarrersfrau immer auf der Suche nach guten Büchern für Erstleser. Da die Kombination „Erstleser“ und „christlicher Inhalt“ kaum zu finden war, schrieb sie selber ein Buch: „Tim Brenners Schulabenteuer“ (ab September erhältlich).

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