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Kundenbewertungen zu Die Nacht der Vergessenen


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Anzahl der Bewertungen: 11
Durchschnittliche Bewertung: 4,8

13.11.2018

Elegante Erzählkunst, die zutiefst berührt

Kurzmeinung: "Die Nacht der Vergessenen" von Iris Muhl ist ein emotional sehr bewegender und berührender Roman.

Am Heilig Abend besucht Nicole, Mitglied der Heilsarmee, die berüchtigte "Rote Meile". Die Frauen arbeiten dort als Prostituierte mit hohem persönlichem Risiko und unter schlimmsten Bedingungen in der Kälte, um für ihre Familien im Heimatland zu sorgen. Trotz der üblen Arbeitsbedingungen lassen sich diese tapferen Frauen nichts anmerken und freuen sich wenn Nikole mit Heidi, die ebenfalls zur Heilsarmee gehört, zu Besuch kommen. An diesem Heiligen Abend haben die beiden Heilsarmeekämpferinnen sogar kleine Geschenke für sie dabei. So manches Mal gelang es Nicole oder Heidi die eine oder andere Frau der „Roten Meile“ zum Ausstieg zu bewegen. Die Heilssoldatinnen spendieren ihnen dann eine Fahrkarte, um den Frauen die Heimreise zu ermöglichen. Obwohl sie dann in der Heimat nicht so viel Geld verdienen, können sie wenigstens in Würde arbeiten.

Im Roman „Die Vergessenen“ erzählt Iris Muhl viele ergreifende Geschichten, die ihren Lesern zeigen, wie einsam oft Menschen sind und ihr Leid aushalten, ohne dass wir es auch nur Ansatzweise ahnen können. Wie zum Beispiel vom vereinsamten Obdachlosen, der seinen geliebten Hund verwöhnt, einem Lehrer, der langsam und allmählich sein Gedächtnis verliert und darüber vereinsamt. Diese Geschichten beschreiben eine menschliche Isolation, die in unserer Zivilisation immer größer wird.

Die Benachteiligten unserer Zeit wohnen unter uns, aber man verschließt viel zu oft die Augen vor deren Schicksal. Die Autorin zeigt wie schwierig es die Heilssoldatinnen Nicole und Heidi haben, Menschen aus den Fängen der Prostitution oder der oft unverschuldeten Isolation zu befreien.

Der angenehm leicht zu lesende Schreibstil ist mühelos zu verstehen. Die Schicksale und das Leid der Betroffenen werden über die elegante Erzählkunst der Autorin hautnah und emotionsgeladen miterlebbar und berühren den Leser zutiefst.

Herzlichen Dank an Iris Muhl für das aufrüttelnde etwas andere Weihnachtsbuch.

09.11.2018

Wunder geschehen

Es ist Heiligabend und sehr zum Missfallen ihres Mannes Markus macht sich Nicole, genannt Niki, wieder einmal auf den Weg zur ,,Roten Meile´´. Eine besondere Seitenstraße in der Großstadt, wo Prostituierte, Obdachlose und noch so manch andere eisame und verzweifelte Menschen auf der Suche nach einem schöneren und besseren Leben sind. Es ist kalt und unwirtlich und Niki und ihre Kollegin Heidi stehen wieder einmal vor dem Salon die ,,Schwarze Traube´´ wo sie bereits seit einem Jahr jede Woche anklopft und um Einlass bittet. Doch der Heilsarmee - Offizierin wird auch jetzt kein Einlass gewährt. Von Selbstzweifel geplagt, von Hoffnungslosigleit übermannt und der Frage, ob es sich noch lohnt anderen Menschen, die offensichtlich keine Hilfe wollen, hartnäckig jede Woche diese trotzdem anbieten zu wollen, beginnt sie auch an Gott zu zweifeln und sieht für sich keine andere Wahl als aufzugeben. Aber es ist der Weihnachtsabend und manchmal geschehen auch noch Wunder.

Die Autorin , Iris Muhl, hat mit dem Roman ,, Die Nacht der Vergessenen´´ eine bewegende Weihnachsgeschichte geschrieben, deren Geschichten auf wahren Begebenheiten beruhen. Ein wunderschönes, einfach gehaltenes Cover, erzeugt eine besondere Stimmung, wo man schon eintauchen kann in die emotionalen Lebensgeschichten.

Ein angenehmer und besonders einfühlsamer Schreibstil drückt auch zwischen den Zeilen viele Gefühle aus.



Seite 211 ,, Man darf die Menschen nicht einfach aufgeben, sinniert sie glücklich. Man soll die Felder niemals trocken legen, soll die Quellen im Ackerland erschließen und die Erde pflügen, und manchmal, wenn es angebracht ist, auch Grundstücksgrenzen überschreiten - auch wenn unsere Fürsorglichkeit bisweilen unvollkommen und lückenhaft ist.´´



Die Geschichten der Autorin handeln von Frauen, die von ihrem Zuhälter ausgenutzt und geschlagen werden, von Frauen, die davon träumen wieder in ihre Heimat zurück kehren zu können, wo ihre Familien auf sie warten oder von einem Obdachlosen, dessen einziger Halt in seinem verpfuschten Leben sein treuer Hund ist, der selbst in der kältesten Nacht nicht von seiner Seite weicht.

Es sind berührende Schicksale die zu Herzen gehen und in eine Welt blicken lassen, die hinter verborgenen Türen liegen und kaum jemand wissen möchte, was dahinter eigentlich passiert.

Mit welchen Wünschen, Versprechungen und vor allem Hoffnungen junge Frauen in ein anderes Land oft kommen weil sie ihre Familien finanziell unterstützen möchten, aber schon bald merken, dass ihr Traum von einem schönen Leben wie eine Seifenblase zerplatzt.

Die Protagonistin Niki wird von der Autorin mit einem großen Herzen und einen unerschütterlichen Glauben an das Gute ausgestattet. Aber sie zeigt auch auf, dass nicht immer der Glaube und der Wille helfen zu wollen ausreicht um nicht ins Wanken zu kommen und ob das, was man tut, zu einem Erfolg führt. Viele Gedanken der Frauen im Salon rühren immer wieder zu Tränen, weil sie sehr oft von Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Sehnsüchten und zerplatzten Träumen erzählen. Aber es ist auch ein Roman, der zeigen soll, dass man nie die Hoffnung aufgeben soll, dass Hartnäckigkeit immer wieder zum Ziel führen kann und dass einfach das Zuhören für einsame Menschen gleichbedeutend ist mit dem Gefühl akzeptiert und verstanden zu werden.

09.11.2018

Weihnachten - auch in den Herzen

Kurzmeinung: ...eine sehr bewegende, wahre und zugleich traurige Geschichte

Zürich/Schweiz. Es ist Weihnachten und Nicole, Offizierin der Heilsarmee, ist gemeinsam mit Heidi unterwegs um Menschen auf der Straße und Frauen der roten Meile zu besuchen. Liebevoll haben sie kleine Geschenke zur Verfügung gestellt, Kuchen eingepackt und alles in einen Korb verstaut, den sie auf ihren Weg durch die Nacht mitnehmen.

Die Autorin hat in diesem Buch unterschiedliche Geschichten aus verschiedenen Perspektiven zusammengestellt und zusammen ergeben sie doch eine gemeinsame Geschichte.

Als Leser bekommt man unterschiedliche Schicksale einiger leichter Mädchen geschildert, aber auch die Perspektive eines Freiers. Auch wird die Geschichte eines Obdachlosens erzählt und letztendlich sind alle Geschichten irgendwo miteinander verknüpft.

In den einzelnen Geschichten erlebt man Weihnachten einmal ganz anders als man es kennt. Nicht das übliche gemütliche Zusammensein mit den Lieben sondern die andere Seite derer, die am Rande der Gesellschaft leben und täglich um das harte Überleben kämpfen – die Vergessenen. Mich haben die Schicksale sehr berührt und zum Nachdenken angeregt und ich finde es großartig, dass es Menschen gibt, die nicht nur an sich denken, sondern an genau die Menschen, die sonst niemanden haben.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich fand es beeindruckend, einen kurzen Einblick in die Arbeit der Heilsarmee zu erhalten. Ich kann dieses Buch sehr weiter empfehlen, damit die Vergessenen nicht ganz die Vergessenen bleiben, sondern auch das Denken in den Menschen verändern.

Die Nacht der Vergessenen eignet sich auch wunderbar als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum.

01.11.2018

Weihnachten unter den Vergessenen

Es ist Weihnachten. Die Heilsarmee-Offizierin Nicole ist unterwegs, um die Frauen auf der Straße und in den Salons zu besuchen. Schon länger macht sie sich Gedanken darum, ob ihre Arbeit überhaupt Früchte trägt. Doch dieses Fest hält einige Überraschungen bereit.

Die Geschichte beruht auf wahren Erlebnissen. Als Leser bekommt man einige Kurzgeschichten aus unterschiedlicher Sicht zu lesen, die doch insgesammt ein Ganzes ergeben. Dabei gehen die Kapitel so in die Tiefe, dass man als Leser einen sehr realistischen Eindruck erhält und jedes Mal die eigene Ansicht überprüft.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Es ist eine ganz andere Weihnachtsgeschichte, die ihren eigenen Zauber enthüllt. Sie ist nahe am Leben und zeigt letztendlich , dass Weihnachten nicht nur das Fest der Geschenke ist. "Die Nacht der Vergessenen" berichtet genau über die in unserer Gesellschaft, die immer vergessen werden. Traurigerweise wird auch leider dieses Buch nicht viel daran ändern, jedoch kann es ein keiner Beitrag sein, die Vergessenen in Zukunft nicht ganz zu vergessen. Gerade auch für sie ist Jesus auf die Welt gekommen und gestorben.

Das Buch hat nur wenige christliche Aspekte, so dass wirklich jeder diese Geschichte mit Gewinn lesen kann. Ein schönes Geschenk zum bevorstehenden Weihnachtsfest. Ein Buch, das bleibenden Eindruck hinterlässt und das Weihnachtsfest in einem anderen Licht zeigt.

29.10.2018

Zweifel und Hoffnungslosigkeit

Die Heilsarmeeoffizierin Nicole besucht seit 3 Jahren regelmäßig die rote Meile, um den dortigen Bewohnern Hilfe anzubieten und Hoffnung zu spenden.
An diesem Heiligabend macht sie sich wieder auf den Weg, obwohl sie selber immer größere Zweifel hat, etwas bewegen zu können.
Wir begegnene auf diesem Weg einem Obdachlosen mit Hund , Prostituierten, Hausdamen, Freiern und Zuhältern.
Jeder hat seine eigene Geschichte und seine eigenen Gründe für seine LEbensumstände.
Und jeder erlebt diesen speziellen Heiligabend auf seine eigenen Weise.

Die Autorin verflechtet in diesem Buch wahre Lebensgeschichten zu einer besonderen Weihnachtsgeschichte.
Sehr unterschiedliche Menschen aus den verschiedensten sozialen Schichten kommen dabei zu Wort.
Der LEser erkennt schnell, das er selber nicht frei von Vorurteilen ist, wenn es um dieses spezielle Mileu geht.
Die Hoffnungslosigkeit des Einzelnen wird in diesem Buch besonders stark herausgearbeitet.
Eine Hoffnungslosigkeit, die aber immer noch einen Rest Glauben auf eine bessere Zukunft beinhaltet.
Der christliche Aspekt kommt nur in ganz leisen Untertönen zum tragen , überwindet aber am Ende doch geschlossene Türen und Selbstzweifel.
Die Schreibweise der Autorin hat mich sehr angesprochen.
Einige Sätze mußte ich einfach mehrmals lesen, weil sie so treffend waren. Andere waren dabei nicht sofort verständlich, so das ich über ihre BEdeutung doch nachdenken mußt.
Selbst die Heilsoffizierin Nicole zieht aus diesem besonderen Abend Schlüsse für sich selber und ihre BEweggründe diese Arbeit zu verrichten. Mir hat der abschließende Ausblick am Ende des Buches sehr gut gefallen. Er gibt nochmal PErspektive und Hoffnung.
EIne nicht immer leichte LEktüre, die den LEser zum Nachdenken bringt und Weihnachten unter einem ganz anderen Licht beleuchtet.

27.10.2018

Streiflichter einer stillen Nacht im Rotlichtviertel

Seit vier Jahren besucht Niki die Vergessenen, Menschen in Zürichs Rotlichtmilieu. Auch Heiligabend macht sie sich auf den Weg, obwohl ihr Mann den Abend lieber mit ihr verbringen würde. Dabei ist sie sehr entmutigt. Am Anfang konnten sie und die anderen Helferinnen einigen Frauen helfen ein neues Leben anzufangen, aber in letzter Zeit verändert sich nichts. Türen bleiben verschlossen, und Frauen nehmen das Angebot eines Tickets in die Heimat nicht an. Erst langsam beginnt Niki diese Welt zu verstehen, und allmählich erkennt sie, dass ein Ausstieg nicht so einfach ist.

Die Szene wechselt. Mia möchte so gerne einmal ans Meer, aber trotz harter Arbeit wird sie lange nicht ihre Schulden bei ihrem Zuhälter abbezahlen können. Dabei muss sie fast alle ihre Einkünfte für ihre laufenden Kosten abgeben. Virva hat ein hartes Leben für ein noch härteres Leben aufgegeben. Dabei hatte sie so große Hoffnungen, als sie ihr Heimatland verließ, um bei ihrem Freund in der Schweiz zu wohnen. Aber als die Freundschaft zerbrach, musste sie einen Weg finden, finanziell für sich und ihre Familie in der Heimat zu sorgen.

Nach erfolgloser Arbeitssuche fand Mata schließlich eine Stelle, als Hausmutter einer kleinen Gruppe von Prostituierten. Auch wenn sie manchmal dafür an ihren Zuhälter gerät, ist es ihr ein Anliegen diesen Frauen ein würdigeres Dasein zu ermöglichen. Dafür hat aber ihre Tochter den Kontakt mit ihr abgebrochen. Dabei schmerzt sie vor allem, dass sie ihr Enkelkind nicht sehen kann.

Patrick ist erst 26, aber er hat nach dem Selbstmord seines Bruders ein Leben auf der Straße gewählt. Er wird von den Passanten übersehen, aber zum Glück tröstet sein Hund ihn über seine Einsamkeit hinweg. Peter, ein Frührentner, lebt für seine Besuche in Matas Freudenhaus, aber als er sie im Bus sieht, wendet er sich schnell ab.

In leisen Tönen erlebt der Leser diese ruhige Weihnachtsnacht an der Seite Nikis; ihre Mutlosigkeit, aber auch ihre Freude als sich die Tür zu einer Gruppe fröhlicher Frauen endlich öffnet. Die Zeitsprünge im ersten Kapitel sind ein bisschen verwirrend, aber das bessert sich mit den weiteren Geschichten. Durch den Perspektivenwechsel erkennt der Leser außerdem, dass Nikis Einsatz viel Positives auslöst, auch wenn sie es selbst oft nicht bemerkt. Im Laufe der Zeit hat sich ihre Einstellung gegenüber den Menschen in dieser Straße geändert. Sie versteht inzwischen, dass sie ihnen nicht ihre Meinung aufdrängen kann, und sie beginnt eine barmherzigere Sicht ihrer Situation zu haben.

Fazit: Eine ruhige und besinnliche Erzählung über ein ungewöhnliches Thema zur Weihnachtszeit, das die Augen des Lesers für die unterschiedlichsten Menschen in diesem Milieu öffnet.

24.10.2018

Eine ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte

Kurzmeinung: Es ist eine ganz ungewöhnliche Geschichte, die genau zu Weihnachten, der Zeit der Besinnlichkeit und der Nächstenliebe, passt.

„Die rote Meile“ ist eine Straße der Benachteiligten und der Kriminellen. Hierhin begleiten wir die Heilsarmeeoffizierin Nicole, genannt Niki, die für die Prostituierten gerade an diesem Abend – dem Heiligabend - da sein möchte. Aber sie zweifelt auch, ob es richtig ist, was sie tut, denn sie sieht keinen Erfolg in ihrem Bemühen. Sie hadert selbst mit Gott. Aber dann passiert etwas völlig Unerwartetes.

Iris Muhl führt uns mit dieser Weihnachtsgeschichte in ein ganz besonderes Milieu, über das sich wohl kaum einer Gedanken macht. „Die rote Meile“ ist ein Sammelbecken für Obdachlose, leichte Mädchen, schwere Jungs und solche, die ihre lukrativen Geschäfte mit den Menschen machen. Es ist bewundernswert, mit wieviel Engagement Niki und ihre Kollegin Heidi sich immer wieder kümmern, obwohl sie nicht erkennen können, dass ihr Einsatz etwas bewirkt. Ich konnte Nicoles Gedanken, ihre Zweifel und Hoffnungslosigkeit gut nachvollziehen.

Wir begleiten Niki auf dem Weg mit Niki durch die Nacht, begegnen mit ihr eine Reihe von Menschen und lernen so die unterschiedlichsten Perspektiven kennen. Die hier in dieser Straße gelandet sind, sind meist nicht freiwillig hier. Das Schicksal hat ihnen Steine in den Weg geworfen, die sie nicht beiseiteschaffen konnten. Aber auch sie haben ihre Träume und ihre Sehnsüchte. Auch sie sehnen sich nach Nähe und Liebe. Über diese Schicksale zu lesen, ist erschütternd. Wieviel mehr müssen die Menschen, die dort helfen wollen, betroffen sein.

Es ist eine ganz ungewöhnliche Geschichte, die genau zu Weihnachten, der Zeit der Besinnlichkeit und der Nächstenliebe, passt.

Mich hat diese ungewöhnliche und sehr berührende Weihnachtsgeschichte zum Nachdenken angeregt.

24.10.2018

Eindrückliches Leseerlebnis, sehr empfehlenswert

Dieses Buch hat mich von der Thematik her anfangs eigentlich nicht interessiert: Rotlichtmilieu, Heilsarmee, Zürich etc. Trotzdem habe ich es dann gelesen und wurde dabei so richtig in das Buch hineingezogen. Ich habe es in einem Tag durchlesen müssen, wollte es nicht mehr beiseite legen. Die Geschichten sind ineinander verwoben, immer wieder wird man deshalb überrascht, nie wird es langweilig. Es ist ein Buch, das auch viele Fragen aufwirft und sehr nachdenklich macht. Es hat mich tief bewegt, weil die Menschen in diesen Geschichten sehr authentisch sind, es ist ein intelligentes Buch, sehr anrührend, sprachlich schön und hoffnungsvoll. Ich kann es jedem empfehlen und bewerte das Buch mit "sehr empfehlenswert".

22.10.2018

Eine Weihnachtsgeschichte mit Tiefgang!

Dies ist mit Abstand die ungewöhnlichste Weihnachtsgeschichte, die ich bisher gelesen habe! Sie ist fernab von nostalgisch-romantisch Romanen und beruht auf wahren Begebenheiten.

Mit Nicole »Niki« betreten wir am Heiligen Abend das Rotlichtmilieu. Sie und Heidi arbeiten für die Heilsarmee und möchten den Prostituierten etwas Gutes tun, ihnen kleine Kuchen und Aufmerksamkeiten, Ermutigung und ein offenes Ohr schenken. Es schneit unaufhörlich, es ist kalt und viele Türen bleiben an diesem Abend geschlossen. Niki ist sehr entmutigt, kämpft mit ihrer Enttäuschung, ihren Zweifeln: Ist ihre Arbeit wichtig? Nach so langer Zeit hat sie keine Erfolge zu verbuchen. Ihre Hilfsangebote - alle falsch? Sie hadert mit Gott.

Das Besondere an diesem Roman ist, dass die Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt wird. Zu Beginn erfährt man von Nikis inneren Konflikten, die eng verwoben sind mit verschiedenen Personen des Rotlichtmilieus. Die Perspektive wechselt dann zu eben jenen, man erlebt deren Probleme, Gedanken, Vergangenheit, Ausweglosigkeit. Manchmal vermischen sich die Perspektiven sogar. Wie kam es dazu, dass die Person in dem Gewerbe landete? Das zu lesen hat viele Gefühle in mir hervorgerufen: Erschütterung, Traurigkeit, Erschrecken, Ungläubigkeit, Mitgefühl, Verständnis (teilweise) ...

Der Abend wird also von mehreren Seiten beleuchtet. Mal befindet man sich außerhalb der »Schwarzen Perle« (Bordell) und mal innerhalb. So oft schon hat Niki dort angeklopft und immer blieb die Tür verschlossen. Werden die starken Verflechtungen jemals aufbrechen und einen Weg frei machen für einen Funken Hoffnung?

Dieses Buch hat mir bewusst gemacht, dass sehr viele Frauen nicht freiwillig als Prostituierte arbeiten, sondern dass jede eine Geschichte hat. Es hat mir gezeigt, welch riskanten und kaum beachteten Dienst verschiedene Organisationen verrichten, um den Frauen zu helfen. Er katapultierte mich vom heimeligen Sofa in eine Realität, die ich ausblende, da ich kaum mit ihr konfrontiert werde.

Soll man sich also zu Weihnachten damit auseinandersetzen? Ja! Gerade dann den Blick jenen zuwenden, die es nicht so gut haben, an Weihnachten auf die Straße müssen. Und dankbar sein!

22.10.2018

Eine bewegende wahre Weihnachtsgeschichte

Bei „ Die Nacht der Vergessenen“ von Iris Muhl handelt es um eine wahre bewegende Weihnachtsgeschichte.

Mitten im Herzen der Großstadt befindet sich eine merkwürdige Seitenstraße ( Rote Meile). Hier leben

Obdachlose, leichte Mädchen, schwere Jungs, schlaue Geschäftemacher und mancherlei Nachdenkliche. Frührentner suchen in den Salons eine halbe Stunde Geborgenheit und Studenten eine weibliche Schulter um sich anzulehnen.

Kurz vor Weihnachten macht sich die Heilsarmee-Offizierin Nicole nur widerwillig auf, um die Frauen auf der Straße und in den Salons zu besuchen. Seit Monaten scheint hier alles still zustehen.

Ihre Bemühungen, die Frauen aus der Isolation zu holen, ihnen mit Rat zur Seite zu stehen - alles scheint umsonst gewesen zu sein. Doch plötzlich geschieht etwas völlig unerwartetes.


Mich faszinieren immer wieder Geschichten, die aus dem wahren Leben entstanden sind. So wie diese.

In Anlehnung an eine wahre Geschichte, die vor einigen Jahren in Zürich stattgefunden hat und auf Recherchen in Berlin.

Der Schreibstil ist wunderbar. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die kurzen Kapitel haben mir sehr gefallen.

Sehr vorsichtig, behutsam und sensibel werden die verschiedenen Schicksale der Menschen beschrieben. Als Leser wird man langsam deren Schicksale herangeführt. Jeder Einzelne hat während seinem Leben ein schweres Los gezogen und ist meist unfreiwillig dort gelandet ist wo er gerade ist. Sie erzählen Nicole aus ihrem Leben, einige fassen sofort Vertrauen, bei manchen dauert es etwas bis sie sich öffnen.

Auch die Gedanken von Nicole, ihre Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, dass sie nicht mehr helfen kann , kommen sehr gut rüber.

Die Protagonisten werden sehr gut beschrieben. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen.

Gerade an Weihnachten sollte man an diese Menschen denken und nicht nur was unter dem Weihnachtsbaum liegt. Der eigentliche Sinn von Weihnachten geht immer mehr verloren. Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft.

Iris Muhl´s Buch hat mich sehr zum Nachdenken erregt. Das jetzige Leben sollte man nicht als Selbstverständlichkeit ansehen. Jeden kann es treffen. Z.B. Arbeit verlieren, Miete nicht mehr bezahlen können, Scheidung und dann....

Bei dieser Geschichte handelt es sich nicht um eine 08/15 Weihnachtsgeschichte, sondern um eine tiefer gehende, emotionale Geschichte.

21.10.2018

Das Herz braucht eine Hand

„Es gibt überall eigenartige Menschen, achtsame, aber auch achtlose, die blind durch die Welt gehen.“

Der Heilige Abend ist angebrochen. Die junge Protagonistin verlässt an diesem ganz besonderen Abend das Haus, um die Prostituierten auf der Straße zu besuchen. Bei ihren Bemühungen, Frauen zu retten, wird Nicole mit vielen traurigen Schicksalen, den Machenschaften der Zuhälter, Gewalt, Drogen und Hoffnungslosigkeit konfrontiert. Doch an manchen Tagen ist sie müde, innere Zweifel nagen an ihr. Mit ihrer Kollegin Heidi an der Seite versucht sie, den Menschen vorurteilsfrei und auf Augenhöhe zu begegnen.

Der Leser darf Nicole an diesem Heiligen Abend begleiten und lernt den freiheitsliebenden Patrick kennen, der mit seinem Hund Bobbi auf der Straße lebt und die Ignoranz der „zur Seite blickenden Menschen“ erwähnt. Man erfährt die Geschichte von Mia, die ihre Schulden für ihren Zuhälter abarbeitet und sich beinahe jede Nacht in den Schlaf weint, liest von Elena aus Mazedonien oder von Virva, die große Wünsche, aber kaum eine Perspektive hat. Anhand einzelner Schicksale thematisiert die Autorin die Sehnsüchte und das Heimweh der Prostituierten und ihren verzweifelten Wunsch nach Anerkennung und Liebe. Iris Muhl betrachtet diese kleine Welt in der roten Meile aus verschiedenen Perspektiven. Sie beschreibt das Leben, die Gefühls- und Gedankenwelt der handelnden Figuren, erlaubt dem Leser einen kleinen Einblick in die Welt eines Freiers, eines gewaltbereiten Zuhälters, einer Bordell-Hausmutter, und den beiden enthusiastischen jungen Frauen der Heilsarmee, die unermüdlich unterwegs sind, um den Menschen ihre Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken und das Evangelium zu verkünden.

Iris Muhl konzentriert sich in ihrer Erzählung auf eine einzige Nacht, eine Nacht, in der es um Menschen geht, die aus verschiedensten Gründen ihr Leben am Rande der Gesellschaft führen. Menschen, die ignoriert, gemieden, verleugnet, und zum Teil sogar verachtet werden. In diesem berührenden Buch darf man die junge Angehörige der Heilsarmee namens Nicole begleiten, die bereits drei Jahre lang die Frauen in der roten Meile besucht. Mit außerordentlichem Feingefühl, exzellent gezeichneten Charakteren und behutsamen Worten schreibt sich Iris Muhl ins Herz ihrer Leser, berührt sie ganz tief auf emotionaler Ebene. Es ist der Autorin eindrucksvoll gelungen, ihre Leser an das harte Los von Menschen heranzuführen, die aus verschiedensten Gründen am Rande der Gesellschaft leben. Sie regt zum Nachdenken an, animiert dazu, das eigene begrenzte Sichtfeld zu erweitern, den Fokus auf vom Leben benachteiligte, emotional verletzte und von der Gesellschaft ausgeschlossene Personen zu richten. Eindringlich beschreibt sie aber auch die Zweifel der jungen Heilsarmee-Offizierin und lässt den Leser an deren Gedankenwelt teilhaben.

„Hier eine verschlossene Tür, da ein verriegeltes Schloss; hier eine Unnahbarkeit und als Entgegnung eine Distanz; da manche Unachtsamkeit, und die Folge davon ein Leid, das langsam heranwächst. Für einen Moment scheint es, als würden sich die Dinge endlos wiederholen, ein unhörbarer Reigen an unauffälligen Missgeschicken.“

Das Buch hat einen eindrucksvollen Schreibstil, der mir ausgezeichnet gefallen hat und dem Leser Figuren und Situationen beinahe bildhaft vor seinen Augen erscheinen lässt. Iris Muhl hat sich bereits durch ihre anderen Werke in mein Herz geschrieben und meinen Erwartungen auch mit dieser aktuellen Neuerscheinung voll und ganz entsprochen. „Die Nacht der Vergessenen“ ist ein sehr aussagekräftiges Buch, das mich tief berührt und sehr nachdenklich zurückgelassen hat.

Abschließend möchte ich noch auf das eindrucksvolle Coverfoto eingehen, das eine geheimnisvoll wirkende Frau inmitten einer verschneiten Straße zeigt, deren hell erleuchtete Fenster eines Hauses den Eindruck von Hoffnung und Wärme vermitteln. Das Buch punktet aus meiner Sicht zudem mit einer edel wirkenden und hochwertigen Aufmachung sowie einer angenehmen Schriftgröße mit großzügigem Zeilenabstand.
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