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Kundenbewertungen zu Übermorgenland: Eine Weltvorhersage


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Anzahl der Bewertungen: 7
Durchschnittliche Bewertung: 4,7

18.09.2019

Im besten Sinne zukunftsweisend

Ich habe schon einige Bücher von Markus Spieker gelesen und kann mich noch gut erinnern, wie mich sein erstes Buch „Mehrwert“ als Studentin geflasht hat. Dieser Mann kann schreiben!, dachte ich damals. Und das denke ich immer noch, auch wenn ich mittlerweile keine Studentin mehr bin. Der langjährige ARD-Korrespondent ist unheimlich gut darin, knapp und klar die Dinge auf den Punkt zu bringen.

Umso gespannter war ich auf sein neuestes Buch, „Übermorgenland“, das quasi das Resümee seiner vier Jahre als Korrespondent für Südasien ist. Der Untertitel „Eine Weltvorhersage“ ist dabei keineswegs zu vollmundig. Markus Spieker wagt nicht weniger als eine Prognose, wo es mit Deutschland, Europa, Asien und der Welt im Allgemeinen in den nächsten 30 Jahren hingehen wird. Das ist ausgesprochen spannend zu lesen.

„Übermorgenland“ besticht darüber hinaus durch seine hochwertige Aufmachung — durch die goldenen Elemente auf dem Cover und den festen Einband mit Klappen an beiden Seiten des Buchdeckels. Schöne Haptik, ansprechend fürs Auge. Innen ist zudem ein Fototeil zu finden, das den Autor an vielen Schauplätzen im Asien und im Gespräch mit Menschen beschreibt, die im Text zu finden sind.

Das Buch ist aufgeteilt in drei Abschnitte: „Gesternland“, „Morgenland“ und „Übermorgenland“. Im ersten Teil macht der Autor eine Art Bestandsaufnahme von Deutschland und Europa, im zweiten Teil skizziert er aktuelle globale Entwicklungen und im dritten Teil geht es dann an die Vorhersagen. Alles wirkt in sich stimmig und gut durchdacht. Über manche Phänomene hatte ich schon gelesen, andere waren mir neu und haben mich verblüfft. Bei manchen hätte ich mir gewünscht, dass der Autor noch mehr in die Tiefe geht, aber es ist nicht sein Anspruch, hier alles erschöpfend zu beschreiben – daher ist die Liste mit Anmerkungen eine wahre Fundgruppe voll Literaturtipps zum Weiterlesen.

Was mich angesprochen hat: Spieker hinterfragt geschickt auch sog. große Denker wie Nietzsche, Seneca, Hawking, Harari („21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“), indem er ihre Kernthesen auf den Prüfstand stellt und teilweise auch ihr Leben beleuchtet. Sehr interessant fand ich außerdem seine Gedanken zur zukünftigen Rolle der Kirche im letzten Kapitel.

Mein Fazit: Durch „Übermorgenland“ sollte man nicht durchjagen, um die Informationsdichte gut aufnehmen zu können. Wenn man das – trotz des bestechenden Schreibstils – schafft, ist es im besten Sinne zukunfts- und richtungsweisende Lektüre.

11.09.2019

Das grösste Wettrennen in der Geschichte

(Inhalt, übernommen)
Die Welt ändert sich. Und nirgendwo so radikal wie in Asien. Als Leiter des ARD-Studios Neu Delhi hat Markus Spieker vier Jahre von den Frontlinien des Wandels berichtet: in einem Gebiet rund um Indien, in dem fast zwei Milliarden Menschen leben. Er ist durch Afghanistan gereist, durch Rohingya-Flüchtlingscamps gelaufen, hat sich aber auch in den Hightech-Metropolen Shanghai, Singapur und Seoul umgesehen. Jetzt kommt er zurück mit einer schlechten Nachricht: Wir werden im Weltvergleich immer weniger, immer älter, immer bedeutungsloser. Vor allem viele Führungskräfte sind von gestern, gefangen im Irrglauben, dass das Beste der 80er und 90er auch das Beste von heute ist. "Die Eliten und Institutionen von heute gründen sich auf die Ideen von gestern und sind deshalb unfähig, die Probleme von morgen in den Griff zu kriegen", schreibt Spieker. Doch er hat auch eine gute Nachricht: Wir können wieder Spitze werden, krisenfester und glücklicher. Wenn wir die Nabelschau beenden, unsere schrulligen Multikulti- und Gender-Debatten ad acta legen und uns stattdessen den globalen Herausforderungen stellen.

Spieker präsentiert zwanzig Top Trends der Weltentwicklung, darunter einige überraschende: Trotz aller Schwierigkeiten wird die Sicherheitslage insgesamt besser, nimmt das Bildungsniveau weltweit zu. Nichts boomt so sehr wie die Religionen, allen voran das Christentum. In einer Zeit, in der sich alles ändert, zählt das Bleibende und ist Tradition der neue Fortschritt. – Eine rasante Zukunftsschau, die nicht auf Theorien beruht, sondern auf Erste-Hand-Begegnungen rund um die Welt.

Zum Autor:
Dr. phil Markus Spieker wurde 1970 geboren und studiere in Gießen und Los Angeles. Er ist ein bekannter Historiker, Fernsehredakteur im ARD-Hauptstadtstudio und Autor des Bestsellers "Mehrwert-Glaube in heftigen Zeiten", eben so von "Faithbook - Ein Journalist sucht den Himmel". Spieker lebt mittlerweile in Berlin.

Gesamteindruck/Schreibstil/Fazit:
Zunächst ein Kompliment an den Verlag bzgl. des Covers. Es ist ungewöhnlich schön gestaltet und damit ein Hingucker, der die Neugierde beim Leser zusätzlich weckt.

Markus Spieker, ein Asienkorrespondent, schreibt ein historisches Buch über rasante Zukunftsentwicklungen, die am stärksten von den asiatischen Ländern geprägt werden (davon konnte ich mich bereits Anfang der Neunziger zB in Japan überzeugen).
Seine Unterscheidungen sind dreigeteilt, und zwar im Gesternland, Morgenland und Übermorgenland.
Seine Texte dazu geben dem Leser Prognosen, Entwicklungen in technischen Bereich, aber auch Religion und Nationalbewusstsein gehören dazu, bekannt.
Europa ist der kleinste Erdteil und auch in den westlichen Ländern hat sich in den letzten Jahren viel getan.
Atomkraftwerke abgeschaltet und Kohleausstieg in Sicht. Windkraftanlagen wachsen. Die Elektro-Autoindustrie ist auf dem Vormarsch und künstliche Intelligenz schreitet voran.
Solche Entwicklungen benötigen Zeit, da kann es schon passieren, dass in den grossen asiatischen Ländern mit entsprechender Menschenmasse manche Entwicklungen schneller voranschreiten.
Die Frage, ob diese ein Segen oder Fluch bedeuten, das wird erst die Zeit mit sich bringen...
Wichtig ist und bleibt, dass die Religion erhalten bleibt, denn schon im Religionsunterricht haben wir gelernt, "was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber Schaden an seiner Seele nimmt".
Es gibt immer wieder positive Beispiele, die uns vor Augen geführt werden, so zB Mutter Theresa, die vom Papst für ihre aufopfernde Arbeit "heilig" gesprochen wurde.

Mir hat das Buch sehr gefallen.
Viele Anregungen, aber ebenso nachdenkend lassen mich einige Textstellen zurück.
Deshalb glaube ich, dass der Plot für viele Menschen definitiv lesenswert ist - hierfür gerne von mir die Höchstpunktzahl!

30.08.2019

Brisant

„...Das 19. Jahrhundert gehörte uns Europäern, im 20. Jahrhundert dominierten die USA, und das 21. Jahrhundert wird am stärksten von asiatischen Ländern geprägt werden...“

Das Zitat enthält eine der Schlussfolgerungen, die der Autor nach seiner vierjährigen Arbeit im asiatischen Raum formuliert. Das Buch ist in drei Abschnitte gegliedert. Im ersten Kapitel findet eine Analyse des Ist – Zustands dar. Im zweiten Abschnitt geht es um mögliche Entwicklungen in naher Zukunft. Zum Schluss formuliert der Autor verschiedene Punkte, die notwendig sind, damit wir die Entwicklung nicht verschlafen.
Insgesamt lässt mich das Buch etwas zwiespältig zurück. Während ich an vielen Stellen mit den Gedanken des Autors mitgehe, gibt es ein paar Punkte, wo mir die Darstellung zu einseitig ist oder bei der Begründung der beobachteten Erscheinung die Tiefe fehlt. Das hat allerdings überhaupt nichts damit zu tun, dass das Buch aus christlicher Sicht geschrieben ist und damit Glaubensfragen logischerweise ab und an eine Rolle spielen.
Der erste Teil des Buches umfasst 10 Abschnitte. Es ist Sätze, wie der folgende, mit denen der autor zeigt, wo wir wirklich stehen:

„...In der selben Zeitspanne, in der es immer noch nicht gelungen ist, den Berliner Flughafen BER fertigzustellen, sind alleine in Indien hundert hochmoderne Flughäfen entstanden...“

Mit klaren Worten wird in diesem Kapitel ausgeführt, wie und wo wir dabei sind, die Zukunft zu verschlafen.
Im zweiten Teil des Buches wird in 20 Abschnitten gezeigt, wohin sich die Welt wirklich entwickelt. Einige der Punkte sind:
Die Welt wird voller.
Die Welt wird jünger.
Die Welt wird härter.
Die Welt wird ungleicher.
Die Welt wird weiblicher.
Ich möchte nur auf wenige Punkte genauer eingehen. So setzt sich der Autor kritisch mit dem Atomausstieg auseinander und stellt eine Kostenrechnung auf. Hier fehlt mir allerdings das Thema Entlagerung mit seinen offenen Fragen.
Sehr eindrucksvoll dagegen finde ich die Beispiele, wie vor allem junge Menschen in Asien an ihrer Zukunft arbeiten. Der Autor charakterisiert sie so:

„...Als Träumer – Generation werden in Asien die Jung – Erwachsenen bezeichnet. Nicht, weil sie sich in eine Fantasiewelt flüchten, sondern weil sie ihre Zukunft nachdem Prinzip Hoffnung planen...“

Daraus ergibt sich für ihn die folgende Schlussfolgerung.

„...Beim Wettbewerb um die besten jungen Talente der Welt müssen wir uns in Zukunft mehr anstrengen als bisher...“

Nicht konform gehe ich mit dem Autor, wenn es um Armut und Terror geht. Hier werden vor allem historische Tatsachen und Hintergründe zu häufig ausgeblendet.
Demgegenüber versteht es der Autor, die Unterschiede in der gegenwärtigen Entwicklung in Europa und dem asiatischen Raum deutlich herauszuarbeiten, wesentliche Punkte anzusprechen und die Finger in die Wunde zu legen.
Auch die Entwicklung der Religionen zeigt auf beiden Kontinenten völlig entgegengesetzte Tendenz. Die Schlussfolgerung des Autors lautet.

„...Der Trend zum Leben ohne Gott und ohne höheren Sinn hat Nebenwirkungen, unter anderen eine sehr konjunkturfödernde. Er steigert die Konsumfreude...“

Im dritten Abschnitt äußert der Autor, was seiner Meinung nach getan werden muss, damit die Entwicklung nicht an uns vorbei geht. Dabei legt er den Fokus auf zwei Punkte: Stärkung des Glaubens und Bewahrung von traditionellen Werten.
Einige Fotos ergänzen die Ausführungen.
Auch wenn ich nicht in allen Punkten mit dem Autor konform gehe, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es gibt eine Menge an Denkanstößen.

08.08.2019

Blick eines Insiders

„Übermorgenland“ lautet der Titel des Buches von Markus Spieker und dieser Begriff hat mich neugierig gemacht. Der Autor ist Historiker und Journalist und leitete das ARD-Studio in Südasien. Er berichtet von seinen Erfahrungen dort und wie seiner Meinung nach die Entwicklung in Asien vom Morgenland zum „Übermorgenland“ wird, nämlich dass dort sehr viel passiert, was auch für uns in Europa in Zukunft wichtig werden wird. Es geht um Entwicklungen im technologischen Bereich aber auch die steigende Rolle von Religion und Nationalbewusstsein in den Ländern Indien, Afghanistan und anderen in Südostasien. Der Autor schreibt aus einer christlichen Perspektive und lässt das immer wieder einfließen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist interessant und unterhaltsam zu lesen und gibt auf jeden Fall viel Stoff zum Nachdenken. Ein bisschen schade finde ich, dass die Entwicklungen in China nur am Rande erwähnt werden denn dieses Land ist meiner Meinung nach auf jeden Fall auch ein diskussionswürdiges „Übermorgenland“.

23.05.2019

Ein brisantes und hochaktuelles Buch

Gesternland, Morgenland, Übermorgenland – vieles von dem, was Markus Spieker schreibt, hat Hand und Fuß und sollte den Leser nachdenklich stimmen. Jahrelang konnte er hautnah beobachten, worüber wir nur aus der Ferne sprechen: Das oft von oben herab behandelte, zumindest nicht ganz ernst genommene Morgenland, Asien. Ja, es gibt dort viele arme und ärmste Länder. Aber können wir wirklich noch stolz darauf sein, ein in jeder Hinsicht überlegenes Land zu sein? Der Autor sagt nein, und er führt ausführlich aus, warum. Es geht um Werte und Traditionen, um Mythen, Nachrichtenberichterstattung und den Umgang mit den Herausforderungen unserer Zeit.
Ein Buch, welches zunächst mit einem sehr schönen, ansprechenden Cover daherkommt. Auch der Inhalt hinkt nicht wesentlich hinterher: Markus Spieker betrachtet unsere Gesellschaft aus verschiedenen Perspektiven und geht dabei sehr strukturiert vor. Er unterscheidet in drei Teilen Gesternland, Morgenland und Übermorgenland: Warum wir die Welt nicht mehr verstehen, wie sie sich entwickelt und wie wir uns dagegen wappnen können. Vor allem die Prognosen im mittleren Teil fand ich sehr spannend und aussagekräftig: So wird unsere Welt laut Spieker sinnloser, härter, wütender, künstlicher, weiblicher und vieles andere – was bedeutet das für uns? Er schreibt dabei sehr differenziert über die immer komplizierter werdende Welt, was beileibe keine Selbstverständlichkeit ist. Davor habe ich großen Respekt. Er schreibt aus erster Hand, was er gesehen und erlebt hat, räumt mit weitverbreiteten Missverständnissen auf und musste auch viele eigene Überzeugungen revidieren.
Wie so oft, gilt auch für dieses Buch: Einigem konnte ich mich anschließen, anderem nicht. Die Schwerpunkte des Autors sind nicht immer hundertprozentig meine, aber das ist ja nie der Fall. Das Buch fand ich trotzdem sehr facettenreich und spannend, und dabei hochaktuell. Es ist ein großes Gesamtbild, was er versucht zu zeichnen; wie globale Entwicklungen einander bedingen. Was machen Religionen mit Gesellschaften? Welche Zukunft wollen wir? Markus Spieker greift Fragen auf, die keineswegs lebensfern sind, auch wenn sie so groß erscheinen. Auch vor brandheißen Themen wie Künstlicher Intelligenz und der weitverbreiteten Angst vor dem Islam schreckt er nicht zurück.
Fazit: Der Autor betrachtet die unterschiedlichsten Entwicklungen, und so steckt in diesem Buch sehr, sehr viel drin. Ein großer Pluspunkt ist in meinen Augen, dass er wichtige Fragen anspricht, aber selbst zugibt, keine Ideen oder Lösungen parat zu haben. Denn die sind bei weitem nicht so einfach, wie es uns oft weisgemacht wird. Aber dennoch müssen wir uns den Fragen stellen, und dieses Buch ist ein guter Start dafür. Ich kann es nur weiterempfehlen!

25.03.2019

Viele Anregungen zum Selberdenken

Markus Spieker ist ein Journalist, wie er im Buche steht. Das wird auch in seinem neuesten Buch "Übermorgendland" in jeder Zeile deutlich. Neugierde zeichnet ihn aus und das richtige Wort zur richtigen Zeit wie die Veränderung von Adornos Diktum in "Es gibt aber kein richtiges Denken im falschen."
Seine Beobachtungen vom indischen Subkontinent und sein Wissen aus Hintergrundgesprächen mit Politikern in Berlin fügt er zusammen und wagt sogar weite Ausblicke. Spieker unterhält seine Leserinnen und Leser, fürwahr. Er bezieht Position. Dabei gewährt er die Freiheit der eigenen Meinung.
Die Kapitel sind kurz und es lassen sich sogar gut mehrere am Abend lesen. Und Spieker liefert zusätzlich noch einige Literatur für diejenigen, die sich weiter informieren möchten; und wie es sich für einen intellektuellen Globetrotter gehört, sind dies zumeist Titel in Englisch.

15.02.2019

Der Welt-Blicker

Markus Spieker hat viel von der Welt gesehen. Das ist zunächst mal ganz wörtlich gemeint: Der promovierte Historiker hat unter anderem in den USA studiert und vier Jahre lang das ARD-Studio Südasien geleitet. Aber auch gedanklich ist Spieker äußerst weitgereist, wie in seinem neuen Buch „Übermorgenland“ deutlich wird. So einer hat das Recht – und den Welt-Blick – zur großen Analyse, zur Rundumschau. Und genau an der versucht er sich.

Ursprünglich wollte er über seine „spannendsten Reporter-Erlebnisse am Hindukusch und am Ganges“ schreiben, berichtet der Journalist. Doch dann habe er noch eine spannendere Geschichte entdeckt: Mit welch rasendem Tempo sich unsere Welt von Krise zu Krise hangelt und kaum Luft zum Durchatmen hat. Drei Megatrends macht er aus, die zusammen „den perfekten Sturm“ bewirken: die Globalisierung, die Digitalisierung und die Individualisierung.

Es macht den Reiz dieses Buches aus, dass Spieker eben nicht „nur“ politische und gesellschaftliche Entwicklungen beobachtet, sondern tiefer gräbt: nach dem, was Menschen bewegt, was sie antreibt und was sie immer wieder an den Rand des Nervenzusammenbruchs führt. Die Botschaft: Alles ändert sich, alles ist im Fluss, wir leben latent an der Grenze zur Überforderung. Er versteht sich dabei „als Pilger, der in einer Zeit der rasanten Beschleunigung und der extremen Horizonterweiterung versucht, sich selbst und anderen Orientierungshilfen zu geben“.

Spieker legt dabei den Finger in viele Wunden. So kritisiert er die heutige junge Generation dafür, dass ihr angesichts riesiger Herausforderungen „eigene Lösungsvorschläge und der Biss, sie auch durchzusetzen“, fehlen. „Aber das kann ja noch kommen.“ Er räumt mit „modernen Mythen“ auf, wie etwa der „Geschichte vom unaufhaltsamen Siegeszug des freiheitlichen Fortschritts“ und der „schrittweisen Gleichstellung aller Menschen“. Er habe dagegen festgestellt: „Die Menschen werden zwar freier, aber insgesamt nicht weniger religiös und traditionsverbunden.“ Und: „Die sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede werden immer größer.“ Was hilft, ist laut Spieker nur nüchterner Realismus, vor allem in der globalen Perspektive.

Im Einzelnen macht Spieker viele verschiedene, teils widersprüchliche Entwicklungen aus: Die Welt wird wärmer, jünger, wütender, weiblicher, autoritärer und populistischer, aber auch insgesamt sicherer. Sie wird schmutziger, aber auch familienorientierter. Und sie wird frommer – außer in Europa. Ausführlich geht Spieker auf das Thema Christenverfolgung ein, das ihm spürbar am Herzen liegt und in seiner ehemaligen Berichtsregion ein großes Problem ist. Er schildert hautnah, wie die Christin Asia Bibi nur knapp dem Todesurteil bzw. der Lynchjustiz durch fanatische Muslime entkommen ist. Und er beklagt, dass die europäischen Christen insgesamt dem Schicksal ihrer Glaubensgeschwister relativ wenig Beachtung schenken.

Die große Hoffnung für die Welt ist, zu diesem Schluss kommt der Pfarrersohn und Christ Markus Spieker schließlich, die christliche Kirche. Weil er erlebt hat, wie Kirche funktionieren kann. „Als Wärmestube und als Kraftfeld.“ Die Bibel gebe auch in Krisenzeiten konkrete Antworten. „Deshalb ist mir nicht bange vor dem, was uns bevorsteht. Durch die immer größeren Risse im Gebälk des vernunftfixierten Fortschritts wird immer mehr Licht einfallen.“ Nicht die liberale, „entmythologisierte“ Kirche wird Träger der Hoffnung sein, sondern diejenige, die am Handeln Gottes in der Geschichte und Gegenwart, an Kreuz und Auferstehung Jesu festhält. So ist Spiekers große Weltschau am Ende: ein Hoffnungsbuch.
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