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Kundenbewertungen zu Übermorgenland

Übermorgenland
Artikel-Nr.: 204164
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Anzahl der Bewertungen: 1
Durchschnittliche Bewertung: 5

15.02.2019

Der Welt-Blicker

Markus Spieker hat viel von der Welt gesehen. Das ist zunächst mal ganz wörtlich gemeint: Der promovierte Historiker hat unter anderem in den USA studiert und vier Jahre lang das ARD-Studio Südasien geleitet. Aber auch gedanklich ist Spieker äußerst weitgereist, wie in seinem neuen Buch „Übermorgenland“ deutlich wird. So einer hat das Recht – und den Welt-Blick – zur großen Analyse, zur Rundumschau. Und genau an der versucht er sich.

Ursprünglich wollte er über seine „spannendsten Reporter-Erlebnisse am Hindukusch und am Ganges“ schreiben, berichtet der Journalist. Doch dann habe er noch eine spannendere Geschichte entdeckt: Mit welch rasendem Tempo sich unsere Welt von Krise zu Krise hangelt und kaum Luft zum Durchatmen hat. Drei Megatrends macht er aus, die zusammen „den perfekten Sturm“ bewirken: die Globalisierung, die Digitalisierung und die Individualisierung.

Es macht den Reiz dieses Buches aus, dass Spieker eben nicht „nur“ politische und gesellschaftliche Entwicklungen beobachtet, sondern tiefer gräbt: nach dem, was Menschen bewegt, was sie antreibt und was sie immer wieder an den Rand des Nervenzusammenbruchs führt. Die Botschaft: Alles ändert sich, alles ist im Fluss, wir leben latent an der Grenze zur Überforderung. Er versteht sich dabei „als Pilger, der in einer Zeit der rasanten Beschleunigung und der extremen Horizonterweiterung versucht, sich selbst und anderen Orientierungshilfen zu geben“.

Spieker legt dabei den Finger in viele Wunden. So kritisiert er die heutige junge Generation dafür, dass ihr angesichts riesiger Herausforderungen „eigene Lösungsvorschläge und der Biss, sie auch durchzusetzen“, fehlen. „Aber das kann ja noch kommen.“ Er räumt mit „modernen Mythen“ auf, wie etwa der „Geschichte vom unaufhaltsamen Siegeszug des freiheitlichen Fortschritts“ und der „schrittweisen Gleichstellung aller Menschen“. Er habe dagegen festgestellt: „Die Menschen werden zwar freier, aber insgesamt nicht weniger religiös und traditionsverbunden.“ Und: „Die sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede werden immer größer.“ Was hilft, ist laut Spieker nur nüchterner Realismus, vor allem in der globalen Perspektive.

Im Einzelnen macht Spieker viele verschiedene, teils widersprüchliche Entwicklungen aus: Die Welt wird wärmer, jünger, wütender, weiblicher, autoritärer und populistischer, aber auch insgesamt sicherer. Sie wird schmutziger, aber auch familienorientierter. Und sie wird frommer – außer in Europa. Ausführlich geht Spieker auf das Thema Christenverfolgung ein, das ihm spürbar am Herzen liegt und in seiner ehemaligen Berichtsregion ein großes Problem ist. Er schildert hautnah, wie die Christin Asia Bibi nur knapp dem Todesurteil bzw. der Lynchjustiz durch fanatische Muslime entkommen ist. Und er beklagt, dass die europäischen Christen insgesamt dem Schicksal ihrer Glaubensgeschwister relativ wenig Beachtung schenken.

Die große Hoffnung für die Welt ist, zu diesem Schluss kommt der Pfarrersohn und Christ Markus Spieker schließlich, die christliche Kirche. Weil er erlebt hat, wie Kirche funktionieren kann. „Als Wärmestube und als Kraftfeld.“ Die Bibel gebe auch in Krisenzeiten konkrete Antworten. „Deshalb ist mir nicht bange vor dem, was uns bevorsteht. Durch die immer größeren Risse im Gebälk des vernunftfixierten Fortschritts wird immer mehr Licht einfallen.“ Nicht die liberale, „entmythologisierte“ Kirche wird Träger der Hoffnung sein, sondern diejenige, die am Handeln Gottes in der Geschichte und Gegenwart, an Kreuz und Auferstehung Jesu festhält. So ist Spiekers große Weltschau am Ende: ein Hoffnungsbuch.
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