Freie Liebe



Freie Liebe

Über neue Sexualmoral

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Beschreibung

Mit der weltweiten Corona-Krise scheint ein Zeitalter an sein Ende gekommen zu sein, dessen Signatur der Individualismus war. In der kollektiven Bedrohung entdecken wir wieder, wie kostbar Menschen sind, die Verantwortung übernehmen, verlässlich in der Nähe sind und selbstlose Zuwendung schenken. Anders gesagt: Wir haben «Liebe» neu entdeckt, und nicht nur die Liebe, sondern auch all die kleinen Bausteine, die gutes Leben ausmachen. Früher hatte man für die flankierenden Maßnahmen guten Lebens das Wort «Moral». Plötzlich sehen wir, dass es uns an ethischen Tools für ein gutes Miteinander fehlt. Auf der Suche nach dem größtmöglichen persönlichen Glück des Einzelnen geriet die Welt der Liebe aus den Fugen. Sie funktioniert nicht, wenn jeder sein eigenes Ding macht. Mitten in der weltweiten anthropologischen Krise leisten es sich die beiden großen Kirchen, zur menschenwürdigen Gestaltung von Leben, Liebe und Sexualität zu schweigen, als hätten sie dazu nichts zu sagen.

Aber was sind die Koordinaten für gutes Leben, gute Liebe und guten Sex? Es ist Zeit, auf eine neue, tiefe und gründliche Weise über diesen vitalen Dreiklang nachzudenken - und es dennoch anhand eines Sonderfalls zu tun: des tiefen Absturzes der Katholischen Kirche. Der Missbrauch und seine Bewältigung ist ein Lehrstück für alle, denen an einer menschenwürdigen Gestaltung unserer geschlechtlichen Beziehungen gelegen ist.

Bernhard Meuser, Publizist und Verleger, war früher Leiter des Pattloch Verlags, danach Initiant und Mitautor des «YOUCAT». Meuser hat in seiner Jugend selbst den Missbrauch durch einen homosexuellen Priester erlebt. Schockiert über die halbherzigen Aufarbeitungsstrategien seiner Kirche, entschloss er sich zu einer deutlichen Entgegnung. Dabei blieb er nicht bei Kirchenkritik stehen, sondern musste radikal nachdenken, um zu den Wurzeln von Liebe und gutem Leben durchzudringen.

Leserstimme:
«Ein messerscharfes, furchtloses Buch, an dem sich die Geister scheiden werden. Glänzend geschrieben, nie langweilig, oft genug schonungslos provokant, wird man hineingesogen in einen großen Dialog über das, was gutes Leben ausmacht. Lange hat niemand mehr so klar und bestimmt von der Liebe, der Lust und der Freiheit gesprochen. Wenn das christliche Moral ist, dann wünsche ich "Freie Liebe" in die Hand jedes evangelischen und katholischen Christen.»
  • Artikel-Nr. 204203
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  • ISBN/EAN: 9783038482031
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  • Erschienen/Erfasst: 01-10-2020
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  • Auflage: 1
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  • Format: 13 x 20,5 cm
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  • Seiten: 432
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  • Sprache: Deutsch
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  • Einband: Klappenbroschur
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  • Verlag: Fontis - Brunnen Basel
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  • Versandgewicht: 677 g
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  • Abmessung: 146 x 205 x 35 mm

Leseprobe

 

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Rezensionen

Anzahl der Bewertungen: 1 | Durchschnittliche Bewertung: 5

10.11.2020

Die neue kirchliche Sexualmoral im Licht der Bibel

Ja, unsere Kirche braucht eine neue Sexualmoral, meint Bernhard Meuser, bekennender katholischer Christ und Missbrauchsopfer. Doch er wendet sich gegen den Weg, den Eberhard Schockenhoff und andere Moraltheologen vorschlagen. Denn die Kirche verliert ihre Kraft, wenn sie sich gängigen Moralvorstellungen anpasst, anstatt zu prüfen was die Heilige Schrift sagt.

Im ersten Teil dieses Buchs geht es um die Rolle von Sex in unserer Gesellschaft, in der Lust zunehmend als Wert für sich allein steht, losgelöst von einer heterosexuellen Ehe. Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Kirche und Sex, wobei die katholische Kirche und der Missbrauchsskandal im Mittelpunkt stehen. Der dritte Teil erklärt schließlich, was Leben und Liebe mit Sex zu tun haben, und wie eine gute Sexualmoral auszusehen hat. Das Buch endet mit einem offenen Brief, der die wichtigsten Punkte zusammenfasst.

In der Mitte des Buchs erzählt der Autor, wie er selbst als Heranwachsender jahrelang von einem Priest missbraucht wurde – von einem Mann, der eine Vaterrolle in seinem Leben gespielt hatte. Dieses erschütternde Erlebnis ist der Auslöser für Meusers Beschäftigung mit diesem Thema. Das gibt dem wichtigen Buch eine persönliche Note.

Der sprachgewandte Autor scheut sich nicht die Tatsachen beim Namen zu nennen. Deutlich nennt er beispielsweise Abtreibung Mord. Der Versuch der Kirche eine neue Sexualmoral zu propagieren ist für ihn ein Ausweichmanöver. Dabei wäre es viel wichtiger, dass sie sich ihren dunklen Geheimnissen stellt und daraus lernt.

Die Kirche steht in der Gefahr sich in sexuellen Fragen dem Zeitgeist anpassen, um Kirchenmitglieder nicht zu verlieren. Dabei sollte sie sich lieber mit den drängenden Nöten unserer Zeit befassen; die Verharmlosung der sexuellen Begierde, die durch Missbrauch große Schäden anrichten kann, das Töten von Kindern durch Abtreibung, seelische Verwahrlosung durch Pornographie, das Geschäft rund um die Elternschaft, beispielsweise durch Leihmutterschaft, und die Dekonstruktion der Familie.

Auch wenn sich der Autor gegen manches ausspricht, dass sich heute auf dem bunten Markt der Sexualität befindet, ist er nicht leibfeindlich. Er zeigt, dass die Rückkehr zu biblischen Werten den Menschen mehr Wertschätzung bietet als ein beliebiger Umgang mit Sexualität. „Menschen müssen sich entscheiden, wem sie den Vorrang einräumen: der Lust oder der Liebe, dem Moment oder der Ewigkeit, der Freiheit oder dem Leben.“

Obwohl viele philosophische und theologische Begriffe in den Anmerkungen erklärt werden, ist dieses Buch recht anspruchsvoll. Die über 400 Seiten lassen sich nicht nebenbei lesen. Einige Gedanken werden mehrmals wiederholt, sicher weil sie dem Autor besonders am Herzen liegen.

Fazit: Ein wichtiger Beitrag zu den aktuellen Fragen rund um Kirche und Sexualität. Der Autor bezieht mit überzeugenden Argumenten eindeutig Stellung für das Leben und für die Liebe. Sehr empfehlenswert!
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