Auschwitz # 34207



Auschwitz # 34207

Die Joe Rubinstein Story

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Beschreibung

Über die Entdeckung von Licht an den dunkelsten Orten

Am 30. April 1942 gelangt der 21-jährige Pole Joe Rubinstein zusammen mit Hunderten anderen deportierten Juden nach Auschwitz/Birkenau. Er ist ein junger Mann unter vielen. Eine bloße Nummer in den Augen seiner Wärter – ein Mensch, dem man seine Würde schon auf dem Transport im Viehwaggon abgesprochen hat. Als Nr. 34207 überlebt Joe wie durch ein Wunder zwei Jahre lang den verbrecherischen Horror des monströsen Konzentrationslagers. Und er verliert seine Hoffnung auch dann nicht, als er in die anderen berüchtigten Nazi-Lager Buchenwald, Ohrdruf und Theresienstadt gebracht wird und dort schreckliche Misshandlungen erlebt. Denn in Joe ist eine Kraft, die auch das größte Grauen nicht zerstören kann: Sein Glaube an Gott, die Zuflucht im Gebet und die Liebe zu den Menschen, die er zurücklassen musste, geben ihm Hoffnung. Als im Mai 1945 die Sowjetarmee vorrückt, verlässt Joe Rubinstein Theresienstadt. Er ist am Ende seiner Kräfte und traumatisiert, aber er ist frei. Nach dem Zweiten Weltkrieg baut Joe sich in Amerika eine Karriere als exklusiver Schuh-Designer auf, gründet mit seiner deutsch-polnischen Frau eine eigene Familie, hat Enkel und Urenkel und beeindruckt bis heute seine Mitmenschen mit seinem unerschütterlichen Glauben an einen guten und liebevollen Gott. Joes Geschichte hat noch niemanden unberührt zurückgelassen. Er hat sie sich im Alter von über 90 Jahren von der Seele erzählt, nachdem er 70 Jahre lang über alles Erlebte geschwiegen hatte.
  • Artikel-Nr. 204174
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  • ISBN/EAN: 9783038481744
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  • Erschienen/Erfasst: 04-09-2019
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  • Auflage: 2
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  • Format: 15 x 22,5 cm
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  • Seiten: 400
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  • Sprache: Deutsch
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  • Einband: Klappenbroschur
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  • Verlag: Fontis - Brunnen Basel
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  • Versandgewicht: 661 g
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  • Abmessung: 152 x 221 x 30 mm

Leseprobe

 

Rezensionen

Anzahl der Bewertungen: 5 | Durchschnittliche Bewertung: 4,8
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18.07.2020

Wagen Sie es und lassen Sie sich auf die Geschichte von Joe Rubinstein ein

Die Schrecken des Holocaust ist ein Thema, dem wir uns oft nur zögerlich nähern. Denn können wir es ertragen, wenn wir mehr darüber erfahren? Oft schrecken wir davor zurück. Wer sich trotzdem darauf einlassen möchte, dem sei dafür das Buch «Auschwitz #34207 – die Joe Rubinstein Story» von Nancy Sprowell Geise wärmstens zu empfehlen. Sie schreibt das Buch aufgrund von vielen Gesprächen mit Joe Rubinstein und ausführlichen ergänzenden Recherchen:
Das Buch wurde in angenehm kurzen Kapiteln geschrieben, in dem jeweils eine Begebenheit erzählt oder beschrieben wird. So hat man die Möglichkeit, die Geschichte Stück für Stück zu lesen, ohne dass man von den Geschehnissen überwältigt wird. Nancy Sporwell hat die Einteilung der Kapitel gut angeordnet, so dass auf ein happiges, schwer zu ertragendes Kapitel oft ein Text kommt, der wieder etwas «leichter» zu verdauen ist und der eine hoffnungsvolle Begebenheit schildert. Das Buch wurde auf eine Art und Weise geschrieben, dass es trotz des herausfordernden Themas, «leicht» zu lesen ist. Leicht im Sinn von gut verständlich. Es gibt so immer wieder die Möglichkeit, aus den Schilderungen «aufzutauchen». Dank dem chronologischen Aufbau des Erzählten kann man der Geschichte gut folgen und die Schilderungen sind nachvollziehbar.
Nancy Sprowell gelingt es durch ihren Schreibstil dem Leser einen nahen Einblick nicht nur in die Erlebnisse, sondern auch in die Gedankenwelt von Joe Rubinstein mit seinen Fragen und Ängsten zu geben. So hat man das Gefühl, die Geschichte von Joe Rubinstein persönlich zu hören, als ob er uns gegenüber auf dem Sofa sitzt und erzählt. Die von Joe Rubinstein offenbarten Lebensansichten helfen dem Leser zu verstehen, was ihm dabei geholfen hat, so viel Schreckliches zu überleben. Sie unterstützen jedoch auch uns selber beim Versuch, all diese furchtbaren Vorkommnisse zu verstehen oder einzuordnen. Und somit dem Leser, das gelesene ein bisschen erträglicher zu machen.
Die Fussnoten sowie der ausführliche Anhang mit näheren Erklärungen zu Orten und Personen und der Glossar sind äusserst hilfreich und dienen dem noch besseren Verständnis der Begebenheiten, besonders wenn man sich im Thema Zweiter Weltkrieg oder Holocaust nicht so gut auskennt. Auch die persönlichen Anmerkungen der Autorin sind sehr spannend und geben einen guten Einblick in ihre Recherchen und Bemühungen, so wahrheitsgemäss wie möglich zu schreiben.
Wagen Sie es und lassen sie sich in die Geschichte von Joe Rubinstein mitnehmen. Auf das so viele Leid und Schrecken nie wieder geschehen mag.

17.01.2020

Ich lächle weil ich glücklich bin, weil ich das Leben liebe

"Sie töteten sie, die Kinder ... Hunderte und Hunderte von ihnen. Sie brachte sie einfach um, weil sie keine Verwendung für sie hatten. Sie schlugen sie. Sie töteten sie. So wie Tiere ... das habe ich mit eigenen Augen gesehen, was sie da getan haben." (Aussage Joe Rubinstein)
In der Nacht vom 30. April 1942 klopfte es an die Tür der Familie Rubinstein. Als der 21-jährige Joe öffnet, wird er mit hundert anderen Juden nach Auschwitz deportiert. Joe hatte bis dahin niemand etwas getan, er war ein junger Mann wie viele anderen und trotzdem ereilte ihn ein fürchterliches Schicksal. Abtransportiert in einem Viehwaggon muss er Fürchterliches mitmachen, eher er in Auschwitz ankommt und dort die Nummer 34207 verpasst bekommt. Dass er diese damalige Nacht in der Kälte, bekleidet nur mit Unterhemd, Pyjamahose und nackten Beinen überlebt hat, grenzt schon an ein Wunder. Nie verliert er die Hoffnung, auch wenn die Misshandlungen und Qualen noch so schlimm sind. Sein Glaube an Gott, die Zuflucht im Gebet, sein eiserner Lebenswillen und die Liebe zu den Menschen, die er zurücklassen musste, geben ihm in dieser Zeit die Kraft zum Überleben. Doch der Gedanke an seine Familie und was mit ihr geschehen ist, quält ihn noch heute.

Meine Meinung:
Ein nachdenkliches und vom Alter gezeichnetes Gesicht erblickt mich auf dem Cover dieses Lebensberichts. Als ich den Klappentext und die Überschrift las, war mir klar, dieses Buch muss ich unbedingt lesen. Der einfühlsame, emotionale und lebendige Schreibstil macht es mir einfach in die Geschichte von Icek Jakub Rubinsztejn, dem späteren Joe Rubinstein einzutauchen. Eine Lebensgeschichte wie ich sie schon einige gelesen habe, und trotzdem ist jedes Schicksal ein wenig anders und jedes bewegt mich wieder aufs Neue. Ich bin fassungslos, wie man Joe in dieser einen Nacht einfach so abholt, ohne das er sich von seiner Familie verabschieden, geschweige den sich was anziehen durfte. Dass er die Nacht auf dem Lastwagen in der Kälte überlebt hat, war schon für mich ein Eingreifen Gottes. Genauso wie die Zugfahrt, bei denen viele Menschen in seinem Waggon gestorben sind. Wie menschenunwürdig die SS damals war, erschüttert mich jedes Mal aufs Neue. Männer die wahrscheinlich selbst Familie und Kinder zu Hause haben erschlagen Kinder, so das Joe diesen Anblick noch heute vor Augen hat. Was Joe in Auschwitz und anderen Lagern erlebt, ist einfach unfassbar und er stand mehr als einmal kurz vor dem Tod. Doch Gottes Plan für Joe ist ein ganz anderer, sicher hat er ihm deshalb zum richtigen Zeitpunkt geholfen. Seine Gebete und der Gedanke an die Familie zu Hause hat ihm oft die Kraft gegeben weiterzuleben, wenn er eigentlich nicht mehr mochte. Schön ist es, dass er nach Kriegsende gute Freunde gefunden hat und die Familie Gusenda kennenlernt. In diesem Buch bekomme ich Einblick in das Leben von Joe Rubinstein, der durch den Holocaust nicht nur seine gesamte Familie verlor, sondern selbst Schlimmes erleben muss. Nancy Sprowell Geise interviewt Joe, recherchiert vieles zu den Zusammenhängen der Familie und sucht Nachweise. Joes Geschichte beweisen die vielen Nachweise am Ende des Buchs. Dort befinden sich zudem Endnoten, die Chronologie der Familie und eine detaillierte Aufführung von Konzentrationslagern und einigen Personen, die im Buch erwähnt werden. Außerdem ist Bildmaterial vom Museum Yad Vashem und dem Holocaust Memorial Museum im Buch enthalten. Bewegend für Joe war, dass man in diesem Zusammenhang drei Bilder seiner Familie gefunden hat. Der inzwischen hochbetagte Joe lebt mit seiner wunderbaren Familie in den USA, doch die Vergangenheit ist noch immer schmerzlich für ihn. So ist die Autorin bisher eine von wenigen, der Joe einen solchen detaillierten Bericht seiner Vergangenheit erzählt hat. Dass seine Familie wahrscheinlich alle in Treblinka ums Leben gekommen sind, kann man bis heute nicht hundertprozentig nachweisen. Lediglich dass die alle Juden aus den Ghetto in Radom im August 1942 abgeholt und in das Vernichtungslager nach Treblinka gebracht wurden, fand man. Trotz allem, was Joe erlebt hat, ist er ein Mann geblieben, der die Menschen und das Leben liebt. Dieses Buch kann ich nur jedem empfehlen, der sich mit dem Holocaust, KZs und einem starken Glauben an Gott auseinandersetzen möchte. Den nicht nur Joe gibt hier ein Zeugnis seines Glaubens, sondern ebenso die Autorin selbst. Für mich der bewegendsten Lebensberichte, den ich nur empfehlen kann und dem ich 5 von 5 Sterne gebe.

06.01.2020

Erschütternde Biografie eines Zeitzeugen -Lesen!

Dieses Buch mit dem auffälligen Titel „Auschwitz #34207“ beschreibt die Lebensgeschichte eines außergewöhnlichen Mannes: Joe Rubinstein, 1920 in Polen geboren, wird von den Nazis inhaftiert, zur Zwangsarbeit verpflichtet und in mehreren Konzentrationslagern gefangen gehalten. In Auschwitz erhält er die Häftlingsnummer 34207. Eintätowiert erinnert sie ihn lebenslang an die schlimmste Zeit seines Lebens. Joe Rubinstein überlebt den Krieg, steht jedoch buchstäblich vor dem Nichts, da sämtliche Angehörigen tot sind. Trotzdem gelingt es ihm, erneut Lebensfreude zu gewinnen, eine Familie zu gründen und in den USA ein zweites Leben zu beginnen.

Erst 70 Jahre nach Kriegsende ist Joe Rubinstein so weit, über die schrecklichen Erlebnisse während des Krieges zu sprechen. Er vertraut seine Geschichte der Autorin Nancy Sprowell Geise an, die nach seinen Worten und eigenen Recherchen die Lebensgeschichte in 62 Kapiteln zu Papier gebracht hat.
Entstanden ist dabei eine erschütternde Biografie, die den Leser ganz nah an die Gräueltaten der Nazi-Herrschaft heranführt. Ein umfangreicher Bildteil unterstreicht die intensiven Leseeindrücke.
Die Autorin hat eine gründliche Recherche betrieben, wie an ihren zahlreichen Quellenangaben nachzuvollziehen ist. Das macht dieses Buch zu einem authentischen Bericht eines der letzten Zeitzeugen, dessen Schicksal so vor dem Vergessen bewahrt wird und den nachkommenden Generationen als Mahnung dienen muss.

Neben den brutalen Erinnerungen an das, was Menschen einander antun können, hat sich Joe aber ein positives Menschenbild erhalten können: Er glaubt an die Liebe Gottes, er liebt das Leben. Auch diese Haltung ist sehr beeindruckend und gehört zum Vermächtnis des Joe Rubinstein.

Die Lektüre dieses Buches fällt nicht leicht. Die geschilderten Erlebnisse sind so dicht, so erschütternd, dass das Gelesene immer erst verarbeitet werden muss, bevor es an den nächsten Abschnitt geht. Auch beim Betrachten mancher der ergänzenden Bilder stockt der Atem.

Dennoch: Dies ist ein wichtiges Buch, ein einmaliges Zeitzeugnis, das durch die Autorin gekonnt aufbereitet wurde. Es richtet sich bewusst an Leser auch ohne historische Vorbildung. Es ist immer wieder ist zu merken, dass das Buch für die amerikanische Leserschaft konzipiert wurde, aber selbstverständlich ist es für alle Interessierten lesenswert. Ein ausführliches Glossar erklärt Fachbegriffe, eine tabellarische Chronologie erleichtert die zeitliche Einordnung und im sehr ausführlichen Anhang werden historische Tatsachen in passendem Umfang dargestellt.

Für mich ist „Auschwitz #34207“ ein ganz besonders Buch, das einen langen Nachhall auslöst.
Ich wünsche dieser Biografie eine große Leserschaft, damit Schicksale wie Joes nicht in Vergessenheit geraten.
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