Josef Müller: Vom Steuerhinterzieher zum Menschenfischer

Josef Müller ist bekannt als «Ziemlich bester Schurke». Vor 10 Jahren hat er sein rasantes Leben in ein Bestseller gepackt. Dominik Klenk spricht mit Josef Müller darüber, was ihn heute trägt und wie er Menschen mit der besten Botschaft der Welt erreicht.

Dominik Klenk: Vor 10 Jahren haben wir ein großartiges Buch gemacht, nämlich «Ziemlich bester Schurke. Wie ich immer reicher wurde». Nach 10 Jahren sind Geschichten meistens auserzählt. Dass ein Buch 10 Jahre überlebt, das ist etwas ganz Außergewöhnliches. In deinem Fall ist das so. Ist deine Geschichte denn immer noch heiß?

Josef Müller: Das ist eine gute Frage, die hab ich mir selbst gestellt. Es hängt davon ab, um was es in der Geschichte geht. Es geht um mich; einen Mann, der immer reicher werden wollte, der Geld, Erfolg und Ruhm haben wollte. Und das ist immerwährend. Das passiert immer. Junge Leute wachsen auf und wollen Kohle verdienen, sie wollen erfolgreich sein. Diesem Weg bin ich auch nachgegangen. Er führte mich dann in die Irre, letztendlich auch ins Gefängnis. Und dort hatte ich die Erkenntnis, dass all das, wie im Buch Prediger steht, eigentlich nichts ist. Wie gewonnen, so zerronnen. Ich kam dann vom geraden Weg ab und das passiert auch vielen Menschen. Meine Geschichte, die ich immer wieder neu erzähle und mit der ich immer wieder auf begeisterte Menschen treffe, da Gott eine Wende geschaffen hat in der ganzen Sache, die ist immer aktuell. Deshalb lässt es auch das Buch nicht in einer saisonalen Zeit zurück, sondern es ist aktueller wie je zuvor. Und das freut mich auch, weil wir in dem Buch eine Message an den Menschen haben: Ein Leben mit Jesus ist mehr, als ein Leben im Reichtum.

Vieles ist schnelllebig in unserer Zeit. Es gibt viele Bücher, die laufen eine Saison. In deiner Geschichte hast du offensichtlich Anknüpfungspunkte, die ein paar Grundfragen im Leben eines Menschen ansprechen: Wo ist der Sinn des Lebens? Macht Reichtum glücklich? Du hast die Dinge ziemlich exzessiv gelebt und erlebt. Wie ist das heute?

Ich hatte mit 17 Jahren einen Autounfall und hätte eigentlich tot sein können. Das ist jetzt 50 Jahre her – ich sitze jetzt 50 Jahre im Rollstuhl. Genauso wie ich früher ein sehr intensives Leben auf der Überholspur gelebt hab, leb ich heute für Jesus. Er war der Retter meines Lebens, er hat mich auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht am schlimmsten Ort eigentlich, im Gefängnis. Viele Menschen landen nicht im Gefängnis, aber sie fühlen sich auch manchmal hilflos und sind am Ende ihrer Kräfte oder Pläne. Viele Start-Ups gehen runter, sie stehen vor einem Scherbenhaufen oder Ehen zerbrechen etc. Das Leben ist fragil. Doch es besteht die Botschaft, dass Jesus da ist, dass Gott kommt und einem hilft und der Heilige Geist einem die Hand reicht. Wenn wir sie ergreifen, dann ist das der Nährboden und der Grundstock für ein neues Leben mit Gott. Und das macht so viel Spaß. Ich bin so begeistert, auch wenn das schon 15 oder 17 Jahre her ist, seitdem mir das im Gefängnis passiert ist. Ich glaube, die Begeisterung, die man hat, die springt über. Deshalb werde ich oft eingeladen in Firmen, in Banken in der Schweiz, in Gemeinschaften, Schulen und Universitäten. Die Botschaft, immer zu Jesus umkehren zu können und mit ihm eine persönliche Beziehung zu beginnen, ist zeitlos. Wenn man das aus dem Herzen heraus spricht, dann kommt es beim Zuhörer an und dann möchten die Leute auch das Buch lesen ...

Der Lauf der Dinge ist normalerweise so, dass nach dem Anfang irgendwann das Ende kommt. Das Besondere, was in deiner Geschichte sichtbar wird, ist, dass nach dem Ende, nach dem Zerbruch nochmal ein neuer Anfang kam. Was erlebst du, wenn du bei ganz unterschiedlichen Foren sprichst? Was erlebst du mit Einzelnen, mit denen du sprichst? Ganz offensichtlich berührt es die Menschen.

Ich kann das nur festmachen an den Gesprächen nach meinem Vortrag. Da kommen viele Menschen, die beladen sind mit allen möglichen Dingen, nicht nur mit finanziellen Problemen. ... Die Hilflosigkeit der Menschen hat sich in den letzten paar Jahren gezeigt.

Ist dann so eine Frage: Was trägt im Leben?

Was trägt und auf was ist Verlass? Ich würde aus heutiger Sicht sagen und auch aus den Gesprächen der letzten 10 Jahren, dass die Menschen Hoffnung suchen. Wir haben eine Hoffnung und die hat einen Namen, und der ist Jesus Christus. Ihn zu verkündigen und zu erzählen, wie man ihn selbst erlebt hat, aus eigener Geschichte heraus, das lohnt sich. Ich bin kein Prediger oder kein Pastor, sondern ich erzähle nur meine eigene Geschichte, die in dem Buch «Ziemlich bester Schurke» und in dem Nachfolgebuch «GO» festgehalten worden ist. Und Menschen fasziniert so eine Lebensänderungs-Geschichte. Mich übrigens auch. Ich lese auch gerne Bücher mit solchen Lebensgeschichten, in denen Menschen in eine Richtung laufen, erkennen, es ist die falsche Richtung, und dann die Möglichkeit haben, diese Richtung zu ändern. Weil diese Möglichkeit hat man nicht immer ...

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