Giuseppe Gracia
Bestseller-Autoren

Giuseppe Gracia

Giuseppe Gracia ist sizilianisch-spanischer Abstammung, verheiratet und hat zwei Kinder. Der Schweizer arbeitet als Publizist, Kommunikationsberater und Schriftsteller: «Der letzte Feind» (2020), «Das therapeutische Kalifat» (2018), «Der Abschied» (2017), «Santinis Frau» (2006), «Kippzustand» (2002) u.v.m. Gracia ist regelmäßiger Autor für das Feuilleton der NZZ sowie Kolumnist bei der Schweizer Zeitung «Blick». Ebenso publiziert er Beiträge in Deutschen Medien wie Focus Online oder Welt.

Persönliches

sizilianisch-spanischer Abstammung, verheiratet und 2 Kinder

Themenschwerpunkt

Romane & Zeitgeschehen
Sie spürt die ruhige, sanfte Entschlossenheit, die von Hank ausgeht. Sie hört ihn irgendwo atmen und begreift, dass sie angekommen ist, dass alles miteinander verbunden ist, unter der Oberfläche der Zeit, unter der Oberfläche ihrer langen Suche.
Giuseppe Gracia
aus Der letzte Feind

Alle Bücher von Giuseppe Gracia

Der Tod ist ein Kommunist
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Das therapeutische Kalifat
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Der letzte Feind
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Auszug aus dem Interview zu «Der Tod ist ein Kommunist»

Dominik Klenk: Giuseppe Gracia, einer der bekanntesten Autoren in der Schweiz, schreibt u.a. für den Blick, die größte Tageszeitung, für die Neue Zürcher Zeitung, die wahrscheinlich größte Qualitätszeitung im deutschsprachigen Raum. Giuseppe, du hast einen weiteren Roman geschrieben bei uns: «Der Tod ist ein Kommunist». Meine Grundfrage überhaupt: Wenn man aus dem Tagesjournalismus kommt, welche Gehirnhälfte muss man bemühen, um einen Roman zu schreiben?


Giuseppe Gracia: Der wesentliche Unterschied bei mir ist, dass ich eine andere Person sein kann, wenn ich Bücher bzw. Romane schreibe. Ich kann eine Frau sein, ich kann ein Killer sein, ich kann schwul sein, ich kann total straight, hetero, konservativ, krank sein. Ich kann alles sein. Und das ist das Schöne und Befreiende beim Schreiben! Und ich überlege mir dann immer: Was will ich als nächstes sein, wenn ich schreibe? Und manchmal ist es so, dass man ein oder zwei Jahre an einem Buch sitzt und dann braucht man auch mehr Zeit. Dann muss man immer wieder reinkommen und das ist dann schwierig für mich. Man muss dann am Montagmorgen wieder zurück in die Frauenfigur, die ich letzten Herbst verlassen habe, um wieder eine Waffe in die Hand zu nehmen und im Studio jemanden umzubringen. Dann bin ich vielleicht aber nicht in der Stimmung und muss mich dazu bringen. Dann höre ich z.B. Filmmusik. Filmmusik begleitet mein Schreiben, weil dann komm ich in die Stimmung, die ich brauche.

Das hört sich jetzt ein bisschen so an, als wenn Schreiben immer ein bisschen auch ein therapeutischer Prozess wäre. Das heißt, der normale Journalist verarbeitet täglich Sachinformationen, ist ein Fließbandarbeiter in der Informationsverarbeitung, und da kommt eine ganz andere Seite beim Romanschreiben nochmal zum Vorschein?

Für mich schon. Ich weiß nicht, wie es bei anderen ist, aber für mich ist das Schöne beim Schreiben wirklich, dass man Rollenspiele spielen kann. So ähnlich wie als Schauspieler, nur, dass ich den Text selber schreibe. Es überrascht mich dann immer selber auch, was die Figuren so treiben. Manchmal hab ich Pläne, ich sag mir: Die Figur muss in Kapitel 5 oder 6 sich trennen oder sterben, oder was auch immer, und dann verliebt sie sich plötzlich oder lebt weiter und macht etwas ganz anderes, als ich wollte ursprünglich. Und beim Kolumnen schreiben oder Schreiben für Tagesberichte ist es schon so, dass man eigentlich sachlich bleibt und dass man bei sich bleibt. Also man ist ja dann sozusagen, wenn es irgendwie geht, der seriöse Berichterstatter, und das ist bei der Literatur nicht so.

Du hast einige sehr erfolgreiche Romane geschrieben, zuletzt «Der letzte Feind». Jetzt eben einen weiteren Roman. Ist es so beim Romanschreiben oder bei dir, dass du eine Architektur des Ganzen schon am Anfang vor dir siehst, und dann nur noch sozusagen zwischendrin das Fachwerk ausfüllst, oder entwickelt sich wirklich auch die Architektur erst beim Schreiben?

Es ist eine sehr schwierig zu erklärende Mischung bei mir. Der Anfang ist immer eine Ausgangslage, die mir gefällt, die mich fasziniert. Bei dem neuen Buch «Der Tod ist ein Kommunist» war die Ausgangslage die Entführung eines Journalisten. Er wird entführt von einer verrückten Truppe, die behauptet, sie kommt aus der Zukunft, weil die Menschheit geht unter, man muss sie jetzt retten. Und dann hab ich aber gar nicht gewusst, in welche Richtung sich das entwickeln soll. Beim «Letzten Feind» war die Ausgangslage: Der beste Freund eines toten Priesters kommt nach Rom und hat vorher herauszufinden, was passiert ist. Und es gibt irgendeine Weltverschwörung mit dem Vatikan. Mehr wusste ich auch nicht, und dann hat sich das ganz langsam entwickelt. Ich bin eben überzeugt: Wenn man Romane schreibt und den ganzen Plot schon weiß, dann ist die Gefahr sehr groß, dass der Leser es auch schon weiß. Wenn ich es selber nicht weiß beim Schreiben, weiß es der Leser auch nicht. Das ist meine Überzeugung: Ich versuche, es selber nicht zu wissen, um den Leser auch zu überraschen.